Italeri Junkers Ju 88 A-4 Nr.: 1018 1:72

Historisches

Über den historischen Hintergrund der Ju 88 erzählen zu wollen, hieße bei Interessenten an diesem Modell, wohl Eulen nach Athen zu tragen.

 

Wer also wirklich Neuling auf diesem Gebiet ist, möge bitte das moderne Orakel des worldwideweb befragen, dort gibt es beinahe alles über diesen "Vogel" zu finden.

 

Bausatz

Der Bausatz ist ein alter Bekannter aus jener Zeit, als Italeri mit dieser Ju 88 neue Maßstäbe im Modellbau setzte. Erstmals gab es damals keine "topfgroßen" Nietennachbildungen, ungewöhnlich dünne Kanzelverglasungen, eine durchwegs ansehnliche Nachbildung des Cockpits und fein geformte Abwehrbewaffnung. Die Paßform war schlichtweg sehr gut, man brauchte kaum Spachtelmasse oder Schleifpapier.

Damit war Italeri der damaligen Konkurrenz (Airfix' und Revells Ju 88) um Welten voraus.

Die Idee, die Bug-Gondel als ganzes am transparenten Gußast mitzuformen, zeugt ebenfalls von Italeris damaligem Ideenreichtum.

 

Mit dem Qualitätsstandard heutiger Ju 88 Bausätze in diesem Maßstab kann Italeri mit dieser Wiederauflage natürlich nicht mithalten; aber immerhin hat man sich in Calderara di Reno (nahe Bologna) die Mühe gemacht, ein paar Verbesserungen durchzuführen. Wie man sehen kann, hat sich die Mühe durchaus gelohnt.

Für das Cockpit liegt ein zusätzlicher Gußast bei, mit einer schönen "Bodengruppe", einem Bauteil für eine seitliche Konsole, Ruderpedale, einem schön geformten (wenn auch für ein A-4 Muster nicht passenden) Pilotensitz und weiteren Kleinteilen.

 

Die filigran durchbrochenen Sturzflugbremsen sind erstklassig und unverändert vom Originalbausatz übernommen.

Die Räder des Hauptfahrwerks sind belastet dargestellt und an einem weiteren Gußast finden wir nicht nur Bomben für die Aufhängungen unter den Tragflächen, sondern filigran geformte Abwehrbewaffnung, vom MG15 (MG17) über MG81 und MG151/20 bis zum MG FF (dessen Eigenbau mich seinerzeit etliche Zeit und Nerven kostete) in einer Qualität, an der es nichts auszusetzen gibt.

 

Weiters gibt es zwei zusätzliche Radialkühler vorn an den Motorgondeln, die jetzt dort Lufteinlässe vorweisen, wo im Original auch welche waren, man aber beim bisherigen Bausatz nur plane Flächen fand.

Die Kennungen und Markierungen sind erstklassig aber hochglänzend gedruckt und ergeben nur die am Deckelbild dargestellte Ju 88 A-4 der I./KG54 in Wüstentarnung mit dem behelfsmäßigen Mäander-Muster für Einsätze über See.
Eine Herausforderung für Modellbauer und Luftpinsel gleichermaßen.


Kurz gesagt: Eine toll gelungene Wiederauflage mit zusätzlichen Verfeinerungen, die des Modellbauers Herz erfreuen, sofern er mit erhabenen Stößen leben kann. Das Preis-Leistungs-Verhältnis paßt für kleine Geldtaschen und auch für Anfänger.

P. Fritz

20170217