AZmodel Handley Page Hampden TB Mk I Nr.: AZ7548 1:72

Historisches

Hampdens waren, als typische Muster der 1930er Jahre, zu Beginn des WK 2 im Einsatz, gemeinsam mit anderen zweimotorigen Bombern der Royal Air Force, wie der Blenheim, Wellington und Whitley.
Von den Besatzungen wurde die Hampden aufgrund ihres schmalbrüstigen Aufbaus und der beengten Raumverhältnisse scherzhaft "Fliegender Koffer" genannt.
Die kaulquappenähnliche Rumpfform hat die Hampden mit den Baumustern Maryland und Baltimore der US Firma Martin gemeinsam. Anders als jene wurde aber die Hampden nie von der Französischen Luftwaffe eingesetzt.
Hampdens flogen mit Bristol Pegasus Sternmotoren und unter dem Namen Hereford mit Napier Dagger V-Motoren.
Die Karriere der Hampden reichte vom Abwerfen von Flugblättern, über Einsätze in Norwegen, der Bombardierung Berlins bis zur Umrüstung als Torpedobomber. Letztere wurden in kleiner Stückzahl an die Sowjetunion geliefert.

 

Bausatz

Hier handelt es sich zweifelsfrei um den Valom-Bausatz von 2008, mit geänderter Anordnung der transparenten Teile – inklusive der Positionslichter.
Wenn solches bei einem Kleinserienbausatz möglich ist, sollten sich die großen Hersteller darüber Gedanken machen, dies als Standard zu betrachten.

Der Bausatz beschränkt sich auf die Möglichkeit, eine gewöhnliche B Mk I oder eine TB Mk I bauen zu können, was ein schönes äußeres Abbild ergeben wird.

 

Obwohl nur die Seitenruder einteilig sind, werden Höhenruder und Tragflächen ausreichend scharfe Hinterkanten haben, da das Material dort schön dünn ist.
Achtung – wer die Motorhauben so zusammenbaut, wie sie am Gußast nebeneinander angeordnet und sogar im Bauplan angegeben sind, hat Hinterkanten die nicht bündig abschließen und daher auch nicht korrekt an die Tragflächen geklebt werden können. Man muß sich den spiegelgleichen Teil des gegenüberliegenden Paares suchen, dann passen die Motorhauben zusammen

Die Glanzlichter dieses Bausatzes sind wohl die feinen, versenkten Stöße und Nietenreihen, sowie die exzellent ausgeformten Sternmotoren.


Auch das ist ein Qualitätsmerkmal, das vielen Großen der Branche oftmals nicht zur Ehre gereicht, wenn ich an die Halbrelief-Motoren denke, die oftmals nicht gerade billige Bausätze "zieren".

 

Die inneren Qualitäten sind etwas spärlich gesät; der Platz des Piloten (samt Dia für das Instrumentenbrett) ist noch ziemlich ordentlich ausgestattet, der Rest der Inneneinrichtung – Platz des Bombenschützen, Navigators, Abwehrstände – ist nur mehr rudimentär vorhanden.
Der Bombenschacht ist mit gerade noch einem Bauteil vertreten und das wichtigste Ausrüstungsstück für einen Torpedobomber, nämlich der Torpedo, fehlt!

Da kann auch der alternative Teil am transparenten Gußast für den hinteren unteren Abwehrstand, mit der Aussparung unten, nichts retten. Um diesen alternativen Teil anzubauen, muß man übrigens am Rumpfunterteil mit dem Schneidwerkzeug Hand anlegen.

Ob man den Fahrwerkschächten trauen kann, vermag ich nicht zu beurteilen, denn Fotos davon sind spärlich gesät; mir ist noch kein einziges untergekommen. Das Fahrwerk samt Streben ist gut nachgebildet.

Die Kennungen und Markierungen, sehr genau aber glänzend gedruckt, ermöglichen die Darstellung zweier verschiedener Britischer oder eines Torpedobombers in Russischen Diensten.


 


Kurz gesagt: Ein Kleinserienbausatz mit deutlichen Stärken, aber auch Schwächen die nicht aus dem Umstand der Kleinserie herrühren. Um annähernd denselben Preis erhält man beim Mitanbieter aus demselben Land den Bausatz eines vergleichbaren zweimotorigen Flugzeugmodells, das überreichlich mit Details ausgestattet ist.
Wer sich mit dem toll getroffenen äußeren Erscheinungsbild der Hampden zufrieden gibt, wird mit diesem Bausatz aber ein feines Ergebnis erzielen.

Peter Fritz

20170422