AZmodel Grumman Martlet Mk III Nr.: AZ7407 1:72

Historisches

Die Grumman Wildcat begann ihre Karriere im WK 2 gegen Japan, flog ihre Einsätze aber nicht nur in Fernost bei der US-Navy, sondern wurde auch von den Briten beim Fleet Air Arm unter dem Namen Marlet in Dienst gestellt. Diesen versah sie in erster Linie als Trägerflugzeug, war aber auch an Land stationiert, z.B. in Ägypten. Die Benennung Martlet wurde noch im Laufe der aktiven Einsätze abgeschafft.
Es gab unterschiedliche Ausführungen der Martlet mit vier oder sechs Flügel-MGs, mit oder ohne faltbare Tragflächen.

 

Bausatz

Gut, so ganz neu ist der Bausatz ja nicht, aber eine besondere Ausführung der Martlet, die sich schon eine Besprechung verdient.
Die Gravuren sind sehr zart ausgefallen, die Tragflächenhinterkanten sehr schön dünn, Höhen- und Seitenruder extra gegossen, sodaß auch hier passend scharfe Hinterkanten zu finden sind.

 

Der Schachtelinhalt ist zum Teil identisch mit jenem der Grumman F4F-3 desselben Herstellers, wurde aber mit einem zusätzlichen Gußast für die Teile der britischen Martlet Mk III ausgestattet.

 

 

 

So sind die Motorhaube der Martlet Mk III, ein dazu passender Propeller und ein zusätzliches Paar Tragflächen darauf zu finden. Es handelt sich dabei generell um das Tragwerk ohne Klappmechanismus und nur je zwei MG in den Tragflächen.

Das Cockpit ist für diesen Maßstab mit den seitlichen Konsolen ausreichend detailliert, denn nach dem Zusammenbau wird nicht viel davon zu sehen sein. Der hintere Spant, der den Sitz hält, verdient etwas Nacharbeit. Für das Instrumentenbrett liegen Ätzteile und ein Dia bei, auch Gurten finden sich auf der Ätzteilplatine und Kühlerklappen für die Motorhaube.

 

Die Cockpithaube liegt leider nur einteilig vor und ist ebenso sauber gegossen wie die unteren Rumpffenster. Leider gibt es am transparenten Gußast keine Positionslampen.

 

Das fragile Fahrwerk weist ein wenig Gußgrat auf und wird ob seiner Kompliziertheit zur Nervenprobe werden (das haben andere Hersteller www.stemot.at/neu-am-markt-2017/airfix-grumman-martlet-mk-iv-nr-a02074-1-72/ schlauer und schöner gelöst).

 

Der Doppelstern-Motor ist aus Resin gegossen und dementsprechend fein detailliert.

Die Tragflächenbewaffnung muß sich der Bastler selber machen – der Bausatz gibt den lapidaren Hinweis auf Plastikstäbchen, Bauteile dafür gibt es keine.

 

Um die korrekte Rumpflänge der Martlet Mk III zu erhalten, muß man an den Rumpfhälften chirurgische Vorarbeit leisten – der Bauplan zeigt genau, wo anzusetzen ist, daß auf Höhe der Tragflächenvorderkante noch exakt 5mm Rumpflänge nach vorne stehen bleiben.

 

Paßstifte und -löcher sucht man vergebens – man darf aber nicht vergessen, daß man hier ein Kleinserienprodukt in Händen hat, und ein gutes noch dazu, um bei der Wahrheit zu bleiben.

Die sehr schön gedruckten Kennungen und Markierungen zeigen drei verschiedene Martlets die 1942 in Nordafrika stationiert waren.

Kurz gesagt: Ein Kleinserienbausatz der mit Resin-Motor und Ätzteilen zu gefallen weiß und zusätzlich der Ersatzteilkiste ein paar schöne Teile spendiert. Das Preis-Leistungsverhältnis ist so ausgelegt, daß auch schmalere Geldbörsen beim Erwerb keine Schwindsucht bekommen.

Peter Fritz

20170408