Airfix Grumman Martlet Mk IV Nr.: A02074 1:72

Historisches

Die Grumman Wildcat begann ihre Karriere im WK 2 gegen Japan, flog ihre Einsätze aber nicht nur in Fernost bei der US-Navy, sondern wurde auch von den Briten beim Fleet Air Arm unter dem Namen Marlet in Dienst gestellt. Diesen versah sie in erster Linie als Trägerflugzeug, war aber auch an Land stationiert, z.B. in Ägypten. Die Benennung Martlet wurde noch im Laufe der aktiven Einsätze abgeschafft.

 

Auch bei der Operation Torch, der Landung der Alliierten in Nordafrika, war dieses Flugzeug im Einsatz, sowohl auf US-Flugzeugträgern, wie auch auf Britischen.

 

Es gab unterschiedliche Ausführungen der Martlet mit vier oder sechs Flügel-MGs, mit oder ohne faltbare Tragflächen.

 

 

 

Bausatz

Airfix hat das Gesamtbild der Martlet sehr gut getroffen. Die Fülle an Details und Zartheit so mancher Bauteile erstaunt selbst mich alten Hasen.

Wie auch schon bei der 1:72erGrumman Wildcat von Airifx ist der Arbeitsplatz des Piloten fein ausgeformt, mit schönen Ruderpedalen, Steuerknüppel, einem feinen Instrumentenbrett und einem winzigen Visier.

 

Im Rumpfabschnitt, in welchem das komplizierte Fahrwerk untergebracht wird, glänzen Motorträger, Ölbehälter oberhalb der Motoraufhängung und Ladeluftkühler durch völlige Abwesenheit.

 

Der Umstand, daß das Fahrwerk samt dessen Verstrebungen und Kettenantrieb exzellent ausgeformt sind, macht das nur zum Teil wett. Allerdings wird das Brandschott mit den angeformten Antriebsketten des Fahrwerks schon durch ganz wenig gelungene Illusionsmalerei beinahe schon zum Kunstwerk werden. Lediglich Kabel und Leitungen muß man in Eigenbau ergänzen.

 

Der absolute Blickfang an diesem Bausatz sind die Tragflächen, welche man wahlweise auch in beigeklappter Form montieren kann … wer sich zutraut, die fehlende Verkabelung auch noch hinzukünsteln, kann auf teure Ätzteile verzichten. Die Tragflächenbewaffnung ist leider nur durch Löcher angedeutet, Bauteile dazu gibt es gar keine.

 

Am Doppelsternmotor sind Ventilstößel und sogar Zündkabel mitgegossen, allerdings nur beim vorderen Zylinderstern. Der hintere ist ein rudimentäres Halbrelief, was aber in fertigem Zustand am Modell wohl nicht ins Auge stechen wird. Ein zusätzlicher Gußast mit der etwas anders geformten Motorhaube der Martlet liegt bei.

 

Die Cockpithabe ist doppelt vorhanden; einmal in geschlossenem, einmal in geöffnetem Zustand. Am selben Gußast sind auch die Rumpffenster drauf, die Positionslichter sucht man dort allerdings vergeblich.

 

 

Die Markierungen und Kennungen sind sauber gedruckt, glänzen auch nicht, und ermöglichen die Darstellung zweier verschiedener Wildcat des Fleet Air Arm.

Kurz gesagt: Man sieht, welch feine Details in 1/72 möglich sind, und daß man dem Modellbauer dennoch nicht den letzten Cent aus der Tasche ziehen muß. Ein Genuß für Anfänger wie Fortgeschrittene.

Peter Fritz

20170225