Revell Polikarpow I-153 Tschaika Nr.: 03963 1:72

Historisches

 

Die Russische Polikarpow I-153 war in den 1930ern der erste Kampfflugzeug-Doppeldecker, der ein Einziehfahrwerk erhielt.

 

Die Rumpf-Konstruktion bestand aus einem Metall-Rohrrahmen, der mit Stoff bespannt wurde, die Tragflächenholme aus Holz, ebenfalls mit Stoffbespannung. Der vordere Rumpf war mit Duraluminium beplankt.

 

Aufgrund des charakteristischen Knicks in der Mitte des oberen Flügels wurde dieses Flugzeug auch Tschaika = Möwe genannt.

 

Noch zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges (wie der WK2 in Rußland heißt) waren I-153 als Jagdflugzeuge eingesetzt, obwohl sie aber zu dieser Zeit schon hoffnungslos veraltet waren, wurden sie bis 1943 noch als Schlachtflugzeuge eingesetzt.

 

Bausatz

 

Das vorliegende Modell ist Revells Wiederauflage des gleichnamigen von ICM. Der erfahrene Modellbauer weiß, daß ICM in 1:72 hervorragende Detaillierungen zu gestalten weiß, die es beim Bau so in sich haben – wer nicht exakt baut, bekommt Probleme mit der Paßgenauigkeit.

 

Bei diesem "Floh" ist Revell ein wenig zu weit gegangen, was die Vereinfachung des Bausatzes betrifft. Genau jene Teile, die beim Vorläufer von ICM den Charme dieses kleinen Doppeldeckers ausmachen – z.B. der Rohrrahmen im Cockpit – sind zwar am Gußast noch vorhanden, werden aber in der (sehr guten) Bauanleitung als nicht benötigt ausgegraut. Die verbliebene Cockpitausstattung entspricht dem filigranen ICM-Niveau. Die beigelegten Bömbchen und Raketen sprechen für sich.

 

Weiters fielen Revells Sparstift der Sternmotor (im Gegensatz zu ICM nur mehr ein Relief), dessen "Beatmung" und weitere benötigte, im offenen Fahrwerkschacht sehr gut sichtbare, Teile zum Opfer.

 

Dazu kommt noch, daß die Auspuff-Öffnungen in der Motorhaube verschlossen wurden; daß dann auch noch die Auspuffstutzen auf keinem Gußast mehr zu finden sind, ist aber deutlich zu viel der Sparsamkeit.

 

Und noch was hat Revell eingespart: Die Anleitung zur Verspannung des Winzlings.

 

Quasi als Ausgleich geht Revell auch mit dem Verkaufspreis recht sparsam um.

 

An den Fahrwerksteilen ist alles vorhanden was dazugehört, und auch die kleine Windschutzscheibe (nochmals separat verpackt) ist dabei, über deren Form man geteilter Ansicht sein kann (Originalaufnahmen zeigen die Oberkanten der Seitenteile ein wenig abgerundet).

 

Die Markierungen sind, wie beim Original, spärlich ausgefallen, geben aber keinerlei Anlaß zur Kritik.

 


Kurz gesagt: Wer vorhat, die Motorhaube geöffnet zu zeigen, hat mit dem ICM-Bausatz weniger Aufwand. Wer sich mit Äußerlichkeiten zufrieden gibt, hat hiermit um wenig Geld die Möglichkeit, ein tolles Stück Zeitgeschichte in die Vitrine zu stellen – vorausgesetzt, die Verspannung gelingt.

Peter Fritz

20160928