Airfix Heinkel He 111 P-2 Nr.: A06014 1:72

Historisches


Kurzfassung: Die Heinkel He 111 war, neben der Junkers Ju 52, das Arbeitspferd der Luftwaffe schlechthin. He 111 wurden nicht nur als Bomber, sondern auch als Transporter verwendet (auch wenn das umständlich war).

 

Die frühen Baumuster hatten auch die Tragflächenvorderkante als elliptischen Umriß geformt, was jedoch aus fertigungstechnischen Gründen rasch von einer geraden abgelöst wurde.

 

Unverkennbar wurde die He 111 durch ihre asymmetrische Bugverglasung, welche die gewöhnliche Stufenform der frühen Baumuster ablöste.

 

Ungewöhnlich war auch, daß die Baureihe P vor der moderneren H in den Einsatz kam. Der Hauptunterschied zur H waren die Daimler-Benz-Motoren, welche äußerlich jedoch nur am Laderlufteinlaß an der linken Seite des Motors zu erkennen war, die Junkers-Motoren der anderen Baureihen hatten diesen Einlaß an der rechten Seite.

 

Bausatz

 

Airfix hat mit der He 111 deutlich gezeigt, was es kann und steht Hasegawa in nichts nach. Ich vermute, daß die Paßgenauigkeit der Motorgondeln beim Übergang in die Tragflächen wohl besser sein wird, als jene bei Hasegawa. Daß die Auspuffstutzen nicht hohl geformt sind, macht ein wenig Illusionsmalerei nötig. Die Frontplatten der Motorgondeln waren im Original gelocht, was Airfix nur angedeutet hat. Zu sehen ist in fertigem Zustand allerdings fast nichts mehr davon.

 

Einem fein detaillierten Cockpit folgt ein ebenso fein detaillierter Bombenschacht, auch das Funkerabteil zeigt eine üppige Ausstattung. Überhaupt sind Besatzungsräume und auch Fahrwerksschächte mit schönen Strukturen versehen, die zu einer Superdetaillierung geradezu herausfordern. Gefördert wird dies noch dadurch, daß die klaren Teile der Verglasung wunderschön dünn und schlierenfrei sind. Die Rumpffenster kann man übrigens nach Fertigstellung des Modells von außen einkleben, andererseits fehlen am transparenten Gußast aber die Positionslichter.

 

Die Bauteile für die senkrechten Bombenmagazine wirken zwar etwas grobschlächtig, sind aber geschickt aufgeteilt, was den Zusammenbau vereinfacht.

 

Was mir fehlt, ist die Möglichkeit, den Zugang zum Funkerabteil durch die Bauchwanne geöffnet zeigen zu können. Hier muß der Modellbauer selbst zur Säge greifen, was eine ruhige Hand, ein geschultes Auge und ein robustes Nervenkostüm voraussetzt – ist diese Wanne doch am transparenten Gußast mitgeformt und die Schnittführung sehr heikel.

 

Daß Landeklappen und Ruderflächen in ausgelenkter Stellung montiert werden können, versteht sich beinahe schon von selbst.

 

Ein sauber geformtes Fahrwerk rundet das Gesamtbild positiv ab, auch wenn die Räder nicht belastet dargestellt sind.

 

Einzig die Abwehrbewaffnung ist etwas lieblos und rudimentär ausgeführt; Italeri hat schon vor Jahrzehnten vorgemacht, wie diese Bauteile aussehen sollten.

 

Die Kennungen und Markierungen sind sehr sauber gedruckt.

 



Kurz gesagt: Eine preiswerte Alternative zum überteuerten Konkurrenten aus Fernost.

Peter Fritz
20160908