Airfix Grumman F4F-4 Wildcat Nr.: A02070 1:72

Historisches

 

Die Grumman Wildcat begann ihre Karriere im WK 2 gegen Japan, flog ihre Einsätze aber nicht nur in Fernost bei der US-Navy, sondern wurde auch von den Briten beim Fleet Air Arm unter dem Namen Martlet in Dienst gestellt. Diesen versah sie in erster Linie als Trägerflugzeug, war aber auch an Land stationiert, z.B. in Ägypten. Die Benennung Martlet wurde noch im Laufe der aktiven Einsätze abgeschafft.

Auch bei der Operation Torch, der Landung der Alliierten in Nordafrika, war dieses Flugzeug im Einsatz, sowohl auf US-Flugzeugträgern, wie auch auf Britischen.

Es gab unterschiedliche Ausführungen der Wildcat mit vier oder sechs Flügel-MGs, mit oder ohne faltbare Tragflächen.

Späte Baumuster erhielten ein vergrößertes Seitenleitwerk und die Bezeichnung FM mit einer Ziffer dahinter.

 

Bausatz

 

Airfix hat das Gesamtbild der F4F-4 sehr gut getroffen. Die Fülle an Details und Zartheit so mancher Bauteile erstaunt selbst mich alten Hasen.

Aber schön der Reihe nach.

Die versenkten Stöße und die Aufteilung der Formen sind absolut auf der Höhe der Zeit.

Der Arbeitsplatz des Piloten ist fein ausgeformt, mit schönen Ruderpedalen, Steuerknüppel, einem feinen Instrumentenbrett und einem winzigen Visier.

Im Rumpfabschnitt, in welchem das komplizierte Fahrwerk untergebracht wird, glänzen Motorträger, Ölbehälter oberhalb der Motoraufhängung und Ladeluftkühler, durch völlige Abwesenheit.

 

Der Umstand, daß das Fahrwerk samt dessen Verstrebungen und Kettenantrieb exzellent ausgeformt sind, macht das nur zum Teil wett. Allerdings wird das Brandschott mit den angeformten Antriebsketten des Fahrwerks schon durch ganz wenig gelungene Illusionsmalerei beinahe zum Kunstwerk werden. Lediglich Kabel und Leitungen muß man in Eigenbau ergänzen.

 

Die absolute Überraschung an diesem Bausatz sind aber die Tragflächen, welche man wahlweise auch in beigeklappter Form montieren kann … wer sich zutraut, die fehlende Verkabelung auch noch hinzukünsteln, kann auf teure Ätzteile verzichten. Die Tragflächenbewaffnung ist leider nur durch Löcher angedeutet, Bauteile dazu gibt es gar keine.

 

Am Doppelsternmotor sind Ventilstößel und sogar Zündkabel mitgegossen, allerdings nur beim vorderen Zylinderstern. Der hintere ist ein rudimentäres Halbrelief, was aber in fertigem Zustand am Modell wohl nicht ins Auge stechen wird.

 

Die Cockpithaube ist doppelt vorhanden; einmal in geschlossenem, einmal in geöffnetem Zustand. Am selben Gußast sind auch die Rumpffenster drauf, die Positionslichter sucht man dort allerdings vergeblich.

 

Die Markierungen und Kennungen sind sauber gedruckt, glänzen auch nicht, und ermöglichen die Darstellung zweier verschiedener Wildcat der US Navy.

Wer, wie ich, eine Britische Martlet zeigen möchte, muß passende Markierungen in der Ersatzteilkiste haben, oder er wartet ein wenig, denn Airfix bringt auch eine solche, des Fleet Air Arm (ArtNr A02074), mit entsprechenden Markierungen heraus.

Kurz gesagt: Das ist die Ablöse nicht nur aller älteren 1/72er Bausätze, sondern auch des bis zuletzt besten von Hasegawa.

Man sieht, welch feine Details in 1/72 möglich sind, und daß man dem Modellbauer dennoch nicht den letzten Cent aus der Tasche ziehen muß. Ein Genuß für Anfänger wie Fortgeschrittene.

 

Peter Fritz

 

20160717

 


P.S.: Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich Airfix diesmal mit meiner Reklamation.

Bei meinem Exemplar ist ein Propellerblatt an der Wurzel so verbogen (was man aber nur aus einem ganz bestimmten Blickwinkel, nämlich der Rotationsebene, sieht), daß eine Korrektur unweigerlich zum Bruch führt.

Auf meine Anfrage per E- Mail erhielt ich lediglich die einsilbige Antwort, daß keine Ersatzteile zur Verfügung stünden . . . und dies, obwohl es weitere Bausätze von exakt diesem Artikel gibt . . . ein Dogfight-Double und ein Starter-Set.